Neue Ideen für unser Jahresprogramm 2020

Die Ideen für die Entwicklung des Programms 2020 entspringen den Beobachtungen der HausbewohnerInnen über die letzten Jahre, vielen Gesprächen mit Sangha-Mitgliedern und den Vorschlägen aus dem Sangha-Visionstreffen. Die Umstrukturierung des Programms ist eine Antwort auf die Frage „Wie wollen wir unser Leben im JQ gestalten, um die bestmöglichen Bedingungen für die Sangha- und Hausbewohnerpraxis zu schaffen?“

Um den Prozess nachvollziehbar zu machen, seien hier auch die Punkte gelistet, die uns im Zuge der vergangenen Jahre als „verbesserungswürdig“ aufgefallen sind:

·      Alle HausbewohnerInnen wünschen sich eine höhere Kontinuität in der Dharma-Praxis. Mehr Zeit und konzentriertere Zeit für’s Studium.

·      Unsere Urlaubsplanung führt immer wieder zu Problemen. Selten sind alle vor Ort, das führt dazu, dass es schwierig ist, Entscheidungen zu treffen. Die Kommunikation und das Miteinander leidet. Außerdem werden so auch ruhige Zeiten stressig.

·      Die Job-Übergaben sollten verbessert werden. Häufig fehlen Informationen, wenn ein/e HausbewohnerIn unterwegs ist.

·      Wir wünschen uns mehr Zeit zum einfach zusammen sein. Essen gehen, Dinge in der Umgebung zusammen unternehmen, einfach zusammen sein. (Ist auch schwierig, weil nur in den Stoßzeiten fast alle HausbewohnerInnen vor Ort sind).

·      Die Veranstaltungen von Woche zu Woche haben nichts miteinander zu tun. Es ist schwierig, nach einem Sesshin direkt in ein volles Gast-Veranstaltungswochenende überzugehen. Wir wünschen uns mehr Kohärenz und Kontinuität, so dass wir nicht von Woche zu Woche den Modus wechseln müssen.

·      Wir haben gute Erfahrungen mit Fortbildungen, die wir in den letzten Jahren für die HausbewohnerInnen gemacht haben. Dafür wünschen wir uns weiterhin Zeit. Kommunikationstrainings, etc. Zeit und Ressourcen für „Personalentwicklung“.

·      Während des Alltags und der Seminare sind wir so sehr mit dem Routinebetrieb beschäftigt, dass wir nicht zu den arbeitsintensiveren Projekten kommen. Auf diese Weise bleiben in allen Verantwortungsbereichen Entwicklungspotenziale ungenutzt. Wir bräuchten eine Zeit, in denen kein Gastbetrieb stattfindet, so dass wir uns auf Projekte konzentrieren können.

Unser Programmentwurf für 2020 ist so konzipiert, dass er auf all diese Anliegen antwortet. Zur Verdeutlichung der Grundidee: Uns wurde klar, dass unser derzeitiger Tageszeitplan eine Art „Eierlegende Wollmilchsau“ zu sein versucht. Bisher haben wir versucht, all die unterschiedlichen Anliegen „pro Tag“ unterzubekommen. Das klappt nicht! Die Idee der unterschiedlichen Modul-Blöcke soll diese Überlastung entzerren. Für jedes Anliegen gibt es ab 2020 extra dafür vorgesehene Wochen im Laufe des Jahres. In den Studien- und Praxiswochen fokussieren wir uns auf themengeleitetes Studium und die Dharma-Praxis. In den Seminarzeiten werden wir einem Zeitplan folgen, der speziell für die Anforderungen des Gästebetriebs optimiert sein wird (späteres Wecken; mehr Arbeitszeit, dafür kein Studium; Vorträge, die unsere Praxis im Gästebetrieb inspirieren und unterstützen, etc.). Und so weiter.

Hier unsere Lösungsansätze und die Modul-Blöcke im Überblick:

·      Wir werden einen Teil des Jahres über jeden Dienstagabend einen Vortrag mit anschließender Frage-Antwortrunde anbieten. Die Vorträge sollen thematisch aufeinander aufbauen und ein systematisches Studium und kontinuierlichen Praxisstrom fördern. Die Vorträge sollen öffentlich zugänglich und online verfügbar sein.

·      Wir haben Urlaubsblocks (JQ im Minimal-Modus, so dass viele HausbewohnerInnen gleichzeitig frei nehmen können) und Urlaubsstopps (Zeiten, in denen, bis auf Notfälle, kein/ HausbewohnerIn frei nehmen sollte) eingesetzt.

·      Die Gast-Veranstaltungen sollen dicht an dicht in dafür vorgesehenen Seminarzeiten (Seminarmodul) stattfinden.

·      Wir hoffen vor allem in den Seminarzeiten auch auf Sangha-HelferInnen. In diesen Zeiten könnt ihr umsonst kommen und den Gästebetrieb mit dem Hausteam zusammen unterhalten. Die Praxis der Gastfreundschaft ist ein wesentlicher Teil des buddhistischen Lebens. Dharma-Praxis wird auch in diesen Zeiten nicht zu kurz kommen!

·      Wir haben ein Sangha-Entwicklungsmodul eingeführt, in dem wir den Gästebetrieb minimieren werden. In dieser Zeit sollen Fortbildungen für HausbewohnerInnen stattfinden und es soll Zeit für Projektarbeit geben.

·      Es wird weiterhin, zwischen den jeweiligen Modulen, ganz normale Alltagswochen, die in keine bestimmte Kategorie hineinfallen. Auch während des Alltags freuen wir uns immer über Besuch!

·      Darüber hinaus wird natürlich die 90-tägige Praxisperiode von September bis Dezember stattfinden.

Danke an alle HausbewohnerInnen und all die vielen Stimmen, die an der Neu-Konzipierung des Programms mitgewirkt haben! Wir hoffen, dass diese Abläufe auch in deinem Sinne sind. Wenn du Anmerkungen dazu hast, gib uns gern Bescheid.



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