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Nicole Wessely: Neu in der Hausgemeinschaft

von
Nicole Wessely

Letztes Jahr war ich Teilnehmerin der Ango - seit August bin ich wieder hier. Das Leben hat mich angespült an diesen Ort.

Auch wenn mir die Entscheidung schwer gefallen ist - gewisse Anteile in mir mühten sich redlich, mich in eine andere Richtung zu lenken, doch noch eine Runde Umweg einzulegen -, das Ankommen selbst war leicht. Als wäre ich nie weg gewesen. Wie ein Zurückkommen zur Familie. Und doch ist es anders. Es ist anders zu wissen, dass ich für ein Jahr oder länger bleiben werde. Mich einlassen werde auf dieses Experiment, ohne Kontrolle darüber, wie die Strukturen die mich ausmachen sich wandeln werden.

Und doch weiß etwas in mir, gibt es etwas in meinem Wesenskern, das die Richtung kennt - schon lange. Erst kaum hörbar, aber immer wieder da; ein sich sehnen nach Wahrhaftigkeit, danach das Leben zu spüren und nach größtmöglicher Freiheit und Sinn. „Das Gewahrsein hat eine eingeborene Sehnsucht nach Hause zu kommen“, sagt Dieter. Es hat mich hierher geführt, fühle ich.

Der Witz bei der Meditation, diesem “alchemistischen Prozess” (Baker Roshi) ist, dass der Zug immer stärker wird. Schon scheint es unmöglich mich den nächsten Schritten auf diesem Weg zu entziehen. Lernen, dass die ersehnte Freiheit im Akzeptieren von Beschränkungen liegt, ist eine von vielen Ironien auf diesem Weg und auch ein Grund mich an die vielen Regeln im Zen (der Stundenplan!) für eine gewisse Zeit auszuliefern um zu erleben was sie mit mir machen.

Ich freue mich auf das Hineinwachsen in diese Gemeinschaft und viele inspirierende Begegnungen.

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