Zen Lab Leipzig
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Not Knowing is Nearest

von
Zen Lab Leipzig

What a year!

Wir schauen zurück auf ein Jahr, in dem wir lernen mussten, mit neuen Unbekannten umzugehen und uns neuen Umständen anzupassen - das klingt eigentlich ganz nach Zen-Praxis! „Nichtwissen ist am nächsten“, heißt es in einem klassischen Zen Text. Und so sind wir gespannt, was im kommenden Jahr auf uns zukommt. Natürlich hoffen wir, dass wir bald wieder beieinander sein können, um alle Umarmungen nachzuholen und (vor allem) damit Du wieder oder endlich mal ins Zen Lab kommen kannst!

Gemeinsam schauen wir auf ein aufregendes erstes Jahr Zen Lab zurück. Begonnen hatte es mit der Einführung und Einweihung unseres Zendos, Nicole Baden Roshi leitete ein Seminar „Das Leben als Weg - Integration und Integrität“, es fand ein 7-wöchiger Online-Kurs als Einführung in die Zen Praxis statt, wir veranstalteten ein Sommercamp, drei Zen Tage, eröffneten einen Meditationsort im Leipziger Auwald, veranstalteten eine KüFa (Küche für Alle) und ein Spendenkonzert und saßen zuletzt das erste Sesshin im Zen Lab (fünf Tage intensive Meditation!!).  Wir gestalteten unsere Räumlichkeiten weiter, schmiedeten Visionen für unser Lab und lernten, dass man auch online meditieren kann.

Nach unserem schnellen Start möchten wir aber auch den Augenblick nutzen, um den Personen zu danken, in uns so großzügig unterstützt haben. Das sind vor allem der Johanneshof, Richard Baker Roshi, Nicole Baden Roshi und den vielen Spender*innen, ohne die es das Projekt gar nicht erst gäbe. Dank geht an Sebastian für die tolle Grafik, die ihr im oberen Teil des Newsletters seht, an Alina und Juraj für die grafische Unterstützung des ersten Spendenbriefes, an Dieter, Beate und Silvia aus dem Johanneshof, für die tolle Zusammenarbeit in finanziellen Fragen und zuletzt danken wir natürlich all denen, die voller Tatendrang vor Ort unser Projekt entwickelt haben - also uns selbst, unserem Zen Lab Team. Wir können sagen: Was in diesem Jahr möglich wurde, das haben wir uns vor etwas mehr als einem Jahr nicht erträumen können.

2021 wird für uns in jeder Hinsicht ein besonderes Jahr. Wir hoffen, uns als Zen Lab etablieren und auch finanzieren zu können. Dazu werden wir auf Mitgliedsbeiträge, Veranstaltungen und Spenden angewiesen sein. Auch wenn wir nicht wissen, was auf uns zukommt, so haben wir für das kommende Jahr einiges vor. Schon bald wird es wieder einen 7-wöchigen online Einführungskurs in die Zen Praxis geben und ab Januar finden die wöchentlichen Meditationen auch wieder online statt.

Ihr dürft also gespannt sein auf ein unbekanntes Jahr 2021 und ein aufregendes Zen Lab Jahr!

Herzliche Grüße,

David -
im Namen des Zen Lab Teams

Kommende Events

7-Wochen Kurs

Im Frühjahr starten wir einen weiteren 7-wöchigen Kurs, der online stattfinden wird und Grundlagen der Zen Praxis abdeckt. Dabei stehen natürlich die eigene Praxis und der Austausch untereinander auch im Mittelpunkt! Mehr Informationen folgen.
> Schaut euch den Erfahrungsbericht unten zu unserem letzten Online Kurs an! <

Tägliche Online Meditation & Sitztage

Wir freuen uns darauf, Dir ab der ersten Januarwoche wieder täglich online Meditation anbieten zu können. Du kannst Dich dann ganz entspannt über Zoom zuschalten und Deine Meditations-Routine aufrechterhalten oder mit guten Neujahrsvorsätzen erneuern ;)
Das Ganze lässt sich dann an den Online Sitztagen noch intensivieren und ausbauen!

Bau im und am Zen Lab

Auch im Zen Lab sind wir seit Wochen tätig und richten Bäder, Küche und eine Bibliothek neu ein. Pflanzen und neue Regalbretter schmücken nun unsere hinteren Räume und wir haben Teppiche angeschafft. Bald erhaltet Ihr mehr Informationen zu unserer umfangreichen Bibliothek, die im Zen Lab entsteht. Online basteln Clara, David und Simon aktuell an einer Homepage und der Instagram Account wird überarbeitet.


Rückblick

Die Veränderung in uns

Ein Jahresrückblick von David

Ein Jahr Zen Lab. Mit der Anmietung eines eigenen Raumes haben wir uns einen kleinen Traum erfüllt. Natürlich hat sich viel äußerlich verändert: Wir sitzen regelmäßig an einem wunderbaren Ort der Stille, mitten an der geschäftigen, umtriebigen Eisenbahnstraße. Es passiert viel Verrücktes an der Eisenbahnstraße, aber fünf Tage in Stille im Sesshin zu verweilen - das ist selbst der Eisenbahnstraße neu. Viele Veranstaltungen haben stattgefunden und unsere Zen Praxis ist auch in ihren Formen und der Intensität und Tiefe (etwas) gereift.

Was dieses Jahr aber besonders gemacht hat, ist das was nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Das, was zwischen uns entstand und entsteht. Der Wille jeder einzelnen Person, das eigene Leben, das eigene Chaos, das Wilde, Ungezähmte, und Verrückte, das Verletzte und Schmerzhafte, das Freudvolle, Kraftvolle, und Überschwängliche in diesen Ort zu bringen und einfach zu sehen, was passiert. Einfach alles in sich zuzulassen. Was für ein verrücktes Experiment!  
Für viele wurde das Zen Lab eine kleine Familie. Man freut sich auf die nächste Meditation, darauf, die Anderen zu sehen und darüber, dass man einfach man selbst sein kann. Das Zen Lab ist eine Vision des Miteinanders. Was genau das ist oder wie das gehen soll, dass wissen wir auch noch nicht so ganz. Zwischen uns entsteht eine Art Lebensgefühl, eine gelebte Vision, die trägt und bereichert. Mehr und mehr durchfließt diese Vision auch meine anderen Aktivitäten - mit allen Vorzügen und Schwierigkeiten.

Das Zen Lab bedeutet, dass Innere und Äußere miteinander zu verweben. Was für eine Chance. Was für ein aufregendes Experiment!

Einweihung des Zen Labs

Nov 19

Einen ausführlichen Bericht der Einweihung des Zen Labs findet ihr auf dieser Seite

Seminar “Das Leben als Weg - Integration und Integrität”

Ein Rückblick von Paula | Jan 20

Nach fast einem Jahr, was ist geblieben? Anfang des Jahres nahm ich an dem Seminar " Das Leben als Weg - Integration und Integrität" teil. Auch lernte ich die Zen Lab Räumlichkeiten zum ersten Mal kennen. Die Gruppe war groß genug um den Raum zu verlebendigen: Es hat nicht lange gedauert, bis ich mich in Mitten dieser - teils bekannten, teils unbekannten - Menschen sehr willkommen fühlte. Die Integration in die Gruppe schien sehr einfach, aber was bedeutet nun Integrität? Durch Atemübungen, durch Haltung, durch Fragen konnte ich etwas näher dran kommen. Ich stelle mir noch heute die Fragen, die Nicole damals vorgeschlagen hat:

Was nährt mich wirklich? Was ist mein tiefstes Herzensanliegen?

Und was für einen Unterschied macht es, wenn du dir diese selben Fragen im Zazen stellst und deinen Körper dabei spürst? Oder was macht es mit dir, wenn jemand vor dir sitzt, dir tief in den Augen schaut, und dieselbe Frage ununterbrechlich wiederholt, dir zuhört und dich vollständig akzeptiert? Da merkst du nun eine gewisse Unruhe, diese Konfrontation ist dir etwas unangenehm, es juckt und manchmal kratzt es sogar... aber auf einmal wirst du mutiger und meidest den Blickkontakt nicht mehr und siehst: in den Pupillen des Anderen steht nicht mehr als du.

7-Wochen Online Kurs

Ein Rückblick von Anna | Mai 20

Im Mai bot das Zen Lab seinen ersten mehrwöchigen Kurs an, zu geschichtlichen Hintergründen und grundlegenden Haltungen im Zen. Die wöchentlichen Texte und Übungen haben David und Robert zusammengestellt. Zusätzlich stellte sich Nicole regelmäßig all den in uns aufkommenden Fragen, zu Beginn noch aus Tokyo und später dann aus dem Johanneshof. Aufgrund der Corona Lage fand der Kurs online statt, wodurch wir eine interessante Gruppe aus verschiedenen Lebensphasen und Aufenthaltsorten bildeten. Eine dringende Bitte von David und Robert war es, den ganzen Kurs über an mindestens fünf Tagen der Woche zweimal täglich zwanzig Minuten zu meditieren. 

Und auch hier zeigte sich die Mischung des Kurses: für einige war das eine einfach zu erfüllende, schon längst Teil des Alltags gewordene Bitte und für andere eine echte Herausforderung, zum ersten Mal über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig zu meditieren. Es war schön zu sehen, wie sich die Erfahrung der schon lange Praktizierenden mit der unwissenden Neugierde der gerade erst Beginnenden mischte. Auch für mich war es das erste Mal, dass ich mit einer sehr intensiven und bedingungslosen Konsequenz täglich 40 Minuten saß und ich merkte, wie viel das in mir veränderte. 

Nach dem Kurs hatte ich das Gefühl, einen Grundstein für eine Praxis gelegt zu haben, einen Anfang gesetzt zu haben, der mir ermöglicht wurde, durch das von regelmäßigem Austausch umrahmte Sitzen. 

Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, einen kleinen Blick erhascht zu haben, was dieses Zen eigentlich sein könnte.

Zen Sommercamp

Aug 20

Einen ausführlichen Bericht zu unserem Sommercamp findet ihr in unserem letzten Newsletter.

Ein Tempel im Wald

Ein Rückblick von Clara | Nov 20

Nachdem Viktor mehrere Wochen nach dem idealen Ort für einen offenen ZenDo im Wald gelauscht hat, lud er uns zu einer gemeinsamen Eröffnungszeremonie ein. Mit naturfarbener, biologisch abbaubarer Dekoration und unseren Sitzkissen im Rucksack machten wir uns auf und folgten Viktors schon fast Schnitzeljagd ähnlicher Beschreibung durch den Wald. Als wir die kleine Lichtung erreichten, die von Bäumen umringt ist, verstand ich, wieso dieser Ort gerufen hatte.

Für unsere erste Zazen Periode im Wald, schmückten wir diesen besonderen Ort und ich fand mich in Erinnerungen an Basteltage meiner Kindheit wieder. Während des Sitzens schafften die Stille der Bäume, der leichte Wind auf der Haut und die Sonnenstrahlen, die durch die Blätter tanzten, eine besondere Atmosphäre, die mich ganz automatisch durchatmen und in meinen Körper sinken ließ.

Nach unserer kleinen Zeremonie verlassen wir den Ort mit einem ruhigen Lächeln im Gesicht und dem Wunsch hier im Sommer öfter zu sein. Bis dahin hoffen wir, dass dieser Platz auch Andere zum Verweilen einlädt und sich ganz natürlich im Austausch mit seiner Umwelt entwickelt.

Das erste Sesshin im Zen Lab

Ein Rückblick von Anna | Dez 20

Das erste Online-Sesshin für den Johannishof, das erste Sesshin im Zen Lab und das erste Sesshin für mich. Wir sitzen Tag eins und Tag zwei gemeinsam morgens und abends, leben dazwischen unser alltägliches Leben und organisieren alles was noch gemacht werden muss (eine ganze Menge). Ab dem dritten Tag steigen wir dann in den ganzen Zeitplan ein. Für die nächsten fünf Tage ist das Zen Lab unser Sesshin Zuhause und unser Leben besteht aus meditieren, schweigen, kochen, essen, spazieren und wieder und wieder meditieren.

Ankämpfen gegen die schmerzenden Knie, den schmerzenden Rücken, den schmerzenden Nacken. Trotzdem aufrecht sitzen, trotzdem weitersitzen, trotzdem konzentrieren und sich in den Raum in uns und zwischen uns hinein öffnen. Wir hören jeden Tag Vorträge von Tatsudo Nicole Baden Roshi und Richard Baker Roshi, die mir sehr viel helfen mich zu verorten in dem wiederholten Sitzen und in der Tatsach,e nur mich als Referenzpunkt zu haben. Einmal am Tag machen wir gemeinsam einen Spaziergang durch die verschiedenen nahe gelegenen Parks oder Grünanlagen und es ist oft lustig, wenn wir schweigend die Straßen entlang laufen und mit dem lauten, bunten Chaos von Leipzig zusammenprallen.

Es fühlt sich irgendwie verwirrend und doch auch irgendwie nah an, so lebendig, ruhig zu sein inmitten der ganzen Bewegung. Es ist interessant zu sehen, wie sich die Stille einwebt in das, was wir als „das da draußen empfinden“. Je länger wir sitzen, desto mehr wird das Einweben im Raum spürbar, Nicole spricht irgendwann von einer „Dichte im Raum“. Das ist es auch, was ich spüren kann: eine Dichte, die sich zwischen uns und im Raum entspinnt. Ich kann die anderen hören, das tiefe Einatmen, das fast seufzende Ausatmen, das schnelle und leise, das kaum hörbare Atmen und ich kann sie spüren. Über Zoom sind wir nahezu immer mit dem Johannishof verbunden und rezitieren auch mit allen dort gemeinsam, hören die gleichen Glocken und den gleichen Han. Das gibt mir das Gefühl, sehr nah dran zu sein, an dem, was dort und bei allen anderen zu Hause geschieht.

Als es dann geschafft ist, essen wir Lebkuchen und reden über das, was wir während der fünf Tage Schweigen erfahren haben. Zurück bleibt diese gewisse Dichte im Raum, die sich hartnäckig hält. Ein Raum, von dem man spürt, dass er gehalten wurde. Ein wirklich eingesessenes Zen Lab. Das nächste Sesshin kann kommen.

Unterstützung des Zen Labs

Wenn Du das Zen Lab einmalig oder monatlich finanziell unterstützen möchtest, kannst Du Deine Zahlung auf untenstehendes Konto überweisen. Als Zen Lab sind wir unabhängig, stehen aber dem Zen Buddhistischen Studienzentrum Schwarzwald (Johanneshof) nahe. Unsere Zahlungen laufen daher aktuell noch direkt über das für uns eingerichtete Konto.

Spendenkonto:
Buddhistisches Studienzentrum
IBAN: DE07 6849 0000 0030 2144 47
BIC: GENODE61BSK
Verwendungszweck: Zen Lab Spende

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