Das Herz der Weisheit

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Ryuten Paul Rosenblum Roshi, Das Herz der Weisheit, Live Online Seminar

Wir können sagen, dass Zen Praxis zwei Flügel hat: Weisheit und Mitgefühl. Diese arbeiten zusammen. Damit unsere Praxis "abhebt", braucht es beides: erfahrende Realisierung und mitfühlendes Handeln. Beide sind untrennbar im Herzen und im Kern der Unterweisungen unserer Lehrlinie verwurzelt. Es ist für jeden von uns möglich diese Lehren zu verstehen und in die Tat umzusetzen, authentisch zu sein in unseren Haltungen und unseren Handlungen. Wir können mit Sicherheit sagen, dass wir alle durch diese Pandemie verbunden sind - was einem einzelnen von uns passiert, kann genausogut jedem von uns passieren, uns alle treffen. Niemand wird hier ausgelassen. Wir sind einerseits alle einzigartig, aber auch zutiefst verbunden. Das ist klarer Ausdruck einer auf Weisheit basierenden Sichtweise von gegenseitiger Verflechtung und Wechselwirkung sowie gegenseitiger Durchdringung - unserem ständigen in Verbindung sein mit allen und allem anderen.
Was bedeutet es, inmitten von weltweitem Leiden zu praktizieren? Auf was können wir noch zählen? Wie beginnen wir ein erfülltes und befriedigendes Leben zu leben aus einer Sicht der Weisheit und des mitfühlendem Handelns heraus?

Weitere Infos zu diesem Kurs

Die Grenzen unserer Erfahrung zu weiten heißt bisher unbeachtete Möglichkeiten zuzulassen. Unsere Aktivität von Moment zu Moment zielt nicht unbedingt darauf ab etwas spezielles zu erreichen, sondern dient eher dazu Lebendigkeit auszudrücken. Dieses Gefühl zeigt sich, wenn wir etwas z.B. mit beiden Händen bewusst anfassen. Wir behandeln die Welt nicht als Objekt, als etwas das getrennt von uns existiert. Wir verschieben den Fokus unserer Aufmerksamkeit weg von uns selbst (z.B. wie fühlt es sich für uns an wenn wir etwas mit einer Hand nehmen), hin zu einem Ausdruck der Verbundenheit und Beziehung, hin zur Wahrnehmung für das was entsteht wenn wir beide Hände nutzen.

Diese einfache körperliche Praxis beide Hände zu verwenden, kann unsere Beziehung zur Welt und zu uns selbst verändern. Es gibt jedoch ein potentielles Problem: wir können stecken bleiben in der Vorstellung immer zwei Hände benutzen zu müssen. Es handelt sich hierbei nicht um eine Selbst-Verbesserungs-Strategie, die zu sicherem Erfolg führt, im Sinne von "Wenn ich beide Hände benütze, praktiziere ich wirklich Zen..." Vielleicht ist eine unserer Hände verletzt, oder wir haben nur eine Hand, also vielleicht ist es unmöglich zwei Hände zu nutzen. Was wichtig an dieser Übung ist, ist das Gefühl mit beiden Händen und ganzer Aufmerksamkeit Dinge zu tun. Dann, auch wenn wir Dinge nur mit einer Hand erledigen, können wir das mit dem Gefühl von zwei Händen tun, mit der Erfahrung dass unsere Hände tatsächlich vernbunden sind mit unseren Armen, unserer Brust und unserem Herzen. Praxis bedeutet nicht etwas in einer bestimmten Form oder entsprechend einer Formel zu tun, sondern bedeutet fortwährend im Ausdruck von Warmherzigkeit und Fürsorge zu handeln.

Dogen sagt: "Das ganze Universum ist der Dharma Körper des Selbst." Unser sogenanntes Selbst ist selbst nur in dem Ausmaß, indem es in Kontakt mit allen anderen Selbst ist und sich darin auflöst. Wenn wir also alle vorgefertigten, fixen Ideen über das Selbst beiseite lassen, gibt es nichts, kein Ding, das nicht Selbst ist. Und so kann es passieren, dass wir uns selbst überall treffen, in allen Dingen. Diese grenzenlose Lebendigkeit ist nicht-andersheit. In unserem alltäglichen Leben wird es durch Empathie und Güte ausgedrückt.

Am 1. und 2. Mai kannst Du an diesem Live Workshop teilnehmen. Während des Workshops laden wir die Teilnehmer dazu ein, sich zu Hause ein Retreat Wochenende einzurichten. Zusätzlich zu den Vorträgen von Ryuten Roshi wird es Diskussion, Selbst-Reflexions Übungen sowie Austausch und Frage & Antwort Möglichkeiten geben. Wir empfehlen sich Zeit zu nehmen für Zazen Meditation während dieses Wochenendes, wie auf dem Stundenplan vorgeschlagen und natürlich auch darüber hinaus, wenn Du willst. Die Vorträge werden anschließend zum Download bereitgestellt und sind für alle Teilnehmer am Workshop inkludiert.


Ein Vers vom Laienpraktizierenden P'ang
In allen zehn Richtungen, dieselbe Gemeinschaft
Jeder einzelne nicht-andersheit praktizierend
Der Geist leer, verbunden mit jedem Erscheinen
Das ist der Ort an dem Buddhas entstehen

Freitag, 1. Mai

Verschieben unserer Perspektiven

Was bedeutet es in unserem Erleben anzukommen in jedem Moment?

Für viele von uns ist das täglichen Leben vom Denken beherrscht. Können wir etwas erleben und nicht sofort eine Meinung davon haben? Und wenn dann Meinungen auftauchen, können wir frei bleiben und uns nicht von ihnen limitieren lassen? Wenn wir uns selbst ganz niederlassen wo wir sind, wird das Denken nachlassen. Unsere Körperwahrnehmung wird zu unserem Fokus. In dieser Einheit werden wir erforschen, wie wir uns in unserer gegenwärtigen Erfahrung niederlassen können, einschließlich - aber nicht begrenzt durch - unsere Ideen, Glaubenssätze und Vorannahmen.

Samstag, 2. Mai

An nichts glauben bedeutet "Ja" sagen zu jedem Erscheinen

Was bedeutet es zu den Lehren zu erwachen?

Mein erster Lehrer Suzuki Roshi brachte uns bei, dass es essenziell sei an nichts zu glauben. Für mich heißt dass, indem wir an nichts bestimmten festhalten, können wir beginnen alles zuzulassen. Vom Standpunkt der völligen Klarheit dieser Dynamik, steter Veränderung, möge jede Erscheinung sein wie sie ist, jedes Treffen möge unbegrenzt durch unsere Sichtweisen und Vorlieben stattfinden. Jedes Auftauchen ist ein Stück unseres Geistes. Alles ist nah. In dieser Einheit werden wir unsere Sichtweisen über Getrenntheit und Verbundenheit untersuchen sowie Haltungen von Offenheit und Akzeptanz betrachten, als einen Weg Raum zu schaffen um unsere Sichtweisen.

Samstag, 2. Mai

Das weise Herz

Was bedeutet es in, durch und als unsere Lebendigkeit zu leben?

Wir handeln vielleicht inmitten der Lebendigkeit mit der Sichtweise dass Praxis möglich ist. Wir können unsere Praxis in dem Erleben von Unbeständigkeit und Leerheit verankern. Wir können uns darauf einlassen jedem Wesen und Ding mit einem Gefühl von Verbundenheit und Fürsorge zu begegnen. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass es vielleicht nicht immer möglich ist, voll in dieser Sichtweise zu leben und das Gefühl komplett jeden Moment zu manifestieren. Trotzdem kann Praxis weitergehen. Wir können mit jedem Einatmen neu beginnen, mit jedem Ausatmen. Wir können damit beginnen uns wieder mit unserer Intention zu verbinden und diese anzubieten. In dieser Einheit betrachten wir Art und Weisen, wie wir unser Verständnis leben können.

Freitag, 1. Mai

18:30 - 19:00  Zazen

19:00 - 19:45  Vortrag Verschieben unserer Perspektiven

20:00 - 20:30 Diskussion

Samstag, 2. Mai

9:30 - 10:00   Zazen

10:00 - 10:40 Vortrag An nichts glauben bedeutet "Ja" sagen zu jedem Erscheinen

10:40 - 11:40  Übung

11:50 - 12:30 Diskussion

PAUSE

14:30 - 15:00 Zazen

15:00 - 15:45 Vortrag Das weise Herz

15:45 - 16:30 Diskussion

Ryuten Paul Rosenblum Roshi

Ryuten Paul Rosenblum Roshi begann seine Zen-Praxis 1968 mit Suzuki Roshi im Tassajara Zen Mountain Center. Er lebte dort 10 Jahre lang und praktizierte mit Suzuki Roshi bis zu seinem Tod im Jahre 1971 und anschließend mit Baker Roshi. Er ist Dharma-Nachfolger von Baker Roshi und stellvertretender Abt im ZBZS. Er gibt Seminare im Johanneshof-Quellenweg, in Berlin und in Wien. Er lebt in San Anselmo, Kalifornien.

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