
„Einsiedelei“ im ZBZS: Leuchtende Wälder im herbstlichen Schwarzwald
Die herbstliche Natur des Schwarzwalds zeigte sich von ihrer schönsten Seite: leuchtende gelb-rote Blätter, sanfter Nebel über den Tälern und das leise Rauschen der Bäche. Beim Wandern entstand ganz natürlich eine meditative Geisteshaltung – das Spiel von Licht und Schatten im Wald, das Knirschen des Laubs unter den Füßen und die Stimmen der Vögel eröffneten eine Ahnung von unmittelbarem Erleben.
Im Herbst 2025 verbrachten wir fünf Tage im Zen Buddhistischen Zentrum Schwarzwald (ZBZS). Dank der Möglichkeit zur „Einsiedelei“ konnten wir unseren Aufenthalt frei gestalten und ihn mit täglichen Wanderungen in der traumhaften Natur des Schwarzwalds verbinden. Auch ohne Auto erreichten wir problemlos zu Fuß oder mit kurzen Busfahrten abwechslungsreiche Wanderrouten. Der Murgtalpfad liegt direkt vor der Tür!
Die Wege führten uns durch bunte Wälder, vorbei an klaren Bächen und rauschenden Wasserfällen, immer wieder eröffneten sich Panoramablicke auf idyllische Täler. In der Nähe des ZBZS zeigten sich dichte Wälder, sanfte Hänge und kleine Holzbrücken. Ein Abstecher zum nahegelegenen Aussichtspunkt auf dem 30 Meter hohen Gugelturm brachte Weitsicht und zu unserer Freude auch Kaffee und Kuchen.
Im ZBZS war das Essen ebenfalls ein Genuss. Die gemeinsamen Mahlzeiten, die wir am „Schweigetisch“ zusammen mit anderen in Stille einnahmen, haben wir als sehr verbindend wahrgenommen. Andere Gelegenheiten brachten spannende Gespräche auf, sowohl mit Schülerinnen von Tatsudo Roshi und Baker Roshi als auch mit jungen Menschen, die das erste Mal im ZBZS waren. Parallel zu unserem Aufenthalt fand die herbstliche Arbeitspraxis statt und viele waren gekommen, um sich engagiert und achtsam um Garten, Haus und Hof zu kümmern.
Die Zeit am Johanneshof war eine wohltuende Kombination aus Rückzug und Begegnung. Wer wollte, konnte sich dem klösterlichen Rhythmus mit Meditation, Vorträgen und Arbeitspraxis anschließen. Gleichzeitig war reichlich Raum für tiefe Gespräche und stille Verbundenheit jenseits der formalen Praxis – beim gemeinsamen Wandern, beim Verweilen an einem der vielen versteckten Plätze in den wunderschönen Gärten oder eben schweigend beim Essen.
Unser Aufenthalt erwies sich auch in anderer Hinsicht als Geschenk: die eine konnte zwanglos den Ort, die Menschen und die vielfältigen Möglichkeiten des ZBZS erstmals entdecken, während die andere den Johanneshof noch einmal neu und losgelöst vom festen klösterlichen Tagesplan erlebte. Im Austausch wurden weitere Perspektivwechsel möglich – so übten wir uns beide in Anfängergeist und teilten eine wertvolle Erfahrung.
Die „Einsiedelei“ im ZBZS war für uns auf vielen Ebenen bereichernd und ist zudem eine sehr gute „Schnupper-Option“ für alle, die nicht gleich vollständig in den klösterlichen Zeitplan einsteigen möchten. Wirklich beeindruckend war auch die Hausgruppe vor Ort, die mit viel Aufmerksamkeit und Umsicht den Raum für mehrere Aufenthaltsformate mit unterschiedlichen Aktivitäten hielt und die Menschen liebevoll und geduldig begleitete. Hier zeigte sich reichlich verkörperte Zen-Praxis!
Die Tage am ZBZS vereinten innere Einkehr, Naturerleben, inspirierende Begegnungen und verbindenden Austausch an einem malerischen Ort – getragen von einem umsorgenden Team im Geiste des Zen.
Vielen Dank für diese Möglichkeit!